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MISTEL (Viscum album)

Misteln_(1).JPG

weitere Namen: Donner - oder Hexenbesen, Hexenkraut, Druidenfuß, Wintergrün, Vogelkraut, die sich teilweise erklären durch die für die Mistel im Winter immergrünen Blätter mit weißen Früchten oder der Eigenschaft, nicht zu vergilben, selbst wenn sie abgeschnitten werden. Außerdem hat die Mistel nie Kontakt zum Erdboden. Mit diesen Atrributen war die Mistel schon bei den alten Griechen (Zweig mit dem Merkur das Tor in den Hades öffnen konnte) und den Kelten verehrt, auch als Pflanze, welche die Fruchtbarkeit fördert und Lebenskraft spendet ( im englischsprachigen Raum ist der Kuss unter dem mistletoe wie die Verheißung von Liebesglück). Der Druide der Kelten schnitt sie mit einer goldenen Sichel sechs Tage nach Neumond ab und kochte daraus einen Zaubertrank. " Miraculix" verlieh damit seinem kleinen gallischen Dorf unwiderstehliche Kräfte. Die Germanen hatten mit Baldur, dem Sohn Odins, einen Toten zu beklagen der durch einen Mistelpfeil zu Tode kam. Im Mittelalter verwendete Hildegard von Bingen einen Mistelsud gegen erfrorene Gliedmaßen sowie gegen die Fallsucht (Epilepsie), da auch ein Mistelzweig nicht zur Erde fällt. Die Mistel ist in all ihren Teilen leicht giftig.Ihre Lectine sind Eiweiße, die ihrerseits die Eiweißsynthese in Zellen hemmen und so den frühzeitigen Zelltod (Apoptose) anregen. So kommt es wahrscheinlich zur Verlangsamung von Tumorwachstum. Vögel wie besonders die Misteldrossel verzehren die weißen Früchte gerne im Winter. Ihre Samen sind aber nicht verdaulich und klebrig. Wenn sie von den Vögeln auf Bäumen ausgeschieden werden, kann dies der Start für die Vermehrung und Verbreitung der Mistel sein. Die Wurzel des jungen Mistelkeimlings bildet einen sog. Senker (Haustorium). Damit zapft die Mistel sowohl die Wasserleitung als auch die Zuckersaftleitung der Wirtspflanzen an (vorwiegend Apfel, Birne, Vogelbeere, Ulme, Weide, Esche, Pappel, Buche - sehr selten Eiche und manche Nadelbäume). Sie schmarotzt also. Da sie selbst noch grüne Blätter besitzt, kann sie Photosynthese machen und somit Zucker herstellen. Deshalb wird sie nur als Halbschmarotzer bezeichnet. Misteln wachsen bis zu 10 cm pro Jahr und können bis 30 Jahre alt werden. Wird ein Baum von zu vielen Misteln befallen kann er austrocknen und absterben. Dann wird die Mistelkolonie zum Parasiten. Am Zweigende bilden sich zwischen zwei Blättern unscheinbare, entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen oder durch den Wind. Die unscheinbaren Blüten sind zusammen mit der Unauffälligkeit der Mistel im belaubten Baum vielleicht auch der Grund dafür, warum die Mistel in der Bildenden Kunst relativ selten gezeigt wird. Sie ist eher als Verzierung an Gegenständen des Alltags (Becher,Vasen,Kämme) zu finden.

Die Christrose oder schwarze Nieswurz

Helleborus niger

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streckt ihren Blütenkelch in den Vorgärten schon in die Luft. Auch sie hat unterirdische Vorratsspeicher aber nicht immer sichert sie sich durch die frühe Blütezeit eine Bestäubung durch Insekten, die um diese Jahreszeit (noch) nicht fliegen. Ihre Narben sind jedoch lange fruchtbar und Selbstbestäubung scheint vorzukommen. Ihr Name Nieswurz rührt daher, dass der pulverisierte Wurzelstock als Niespulver wirkt.

An den Winterlingen (Eranthis hiemalis)

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Entwicklung im freien Feld

lässt sich sehr schön zeigen, dass es in der Natur sehr viele verschiedene Mikroklimata gibt. Nur in den Vorgärten zeigen sich die gelben Blüten schon als Lockmittel für Insekten auch wenn diese bei den gegenwärtigen niedrigen Temperatur nur recht spärlich fliegen. Die Winterlinge sind aber dennoch diejenigen, die als eine der ersten Frühjahrsboten Pollen und Nektar anbieten.

Winterling im offenen Garten

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Winterling an geschützter Hauswand

Winterling (Eranthis hiemalis)
alle Fotos Brü

Die Zeit für Allergien beginnt

Foto Brü
männliche Blütenstände der Haselnuss; Foto Brü

Die Haselnuss beginnt zu blühen. Ihre männlichen Blüten, die als lange Würstchen am Strauch hängen, verstäuben im Wind ihre Pollen, die in manchen Nasen einen heftigen Juck - und Niesreiz verursachen. Der Zufall treibt diese Pollen mit dem Wind zu den weiblichen Blüten, die an anderen Stellen des Strauches sitzen und zunächst unscheinbar wie eine kleine Knospe aussehen. Bei genauem Hinschauen sieht man aber die rötlichen Narben die sich aus dieser "Knospenspitze" hervorrecken. Ihre Bestäubung führt dann zur Bildung der Haselnüsse.

das ist die weibliche Blüte des Haselnussstrauches mit rötlichen Narben. Man muss schon genauer hinschauen um sie zu entdecken.

Foto Edith Müller
Foto E. Müller

2. Januar 2023:
In den Vorgärten blühen schon Sträucher

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Der aus Asien stammende Winterjasmin zeigt sich mit seinen den Forsythien - ähnlichen Blüten schon im Dezember und blüht bis in den März hinein. Er ist nicht unbedingt winterhart, aber an geschützten Stellen kann er auch kalte Perioden überstehen. Seine gelben Blüten duften nicht aber sie ziehen Bienen an, wenn es die Temperatur erlaubt. Häufig sind an seinen Blüten die blauschwarzen Holzbienen zu beobachten.

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Winterjasmin

2.Januar 2023

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Ein weiterer, tatsächlich winterharter Strauch, der um diese Zeit in den Vorgärten blüht ist der Duftende Schneeball. Wie der Name schon verrät verströmen seine weißen oder rosa Blüten einen intensiven Duft, der aus einem Meter Entfernung für unsere Nasen wahrnehmbar ist. Daher ist er eigentlich insektenfreundlich, auch wenn um diese Zeit noch kaum ein Insekt ihn besuchen kommt. Allerdings blüht er bis in den April hinein, so dass die Blüten bestäubt werden könnten. Er bekommt jedoch kaum Früchte. Diese sind leicht giftig.

MARIA Lichtmess 2.Februar

Mariä Lichtmess am 2. Februar ist ein heute wenig beachteter, kirchlicher Feiertag im (katholischen) Kalender.
Mit ihm endet nach 40 Tagen die Weihnachtszeit, in manchen Haushalten steht bis zu diesem Zeitpunkt der geschmückte Weihnachtsbaum. Der Tag soll auf die Tradition der Juden zurückgehen, neugeborene Jungen am 40. Tag nach der Geburt zur Segnung in den Tempel zu bringen und ein Opfer darzubringen. Mariä
Lichtmess hat wahrscheinlich auch römische, „heidnische“ Wurzeln: Die Römerinnen zogen Anfang Februar an einem Lichterfest in Fackel- und Kerzenzügen durch die Stadt. Vielleicht kaperten die Christen den Festtag und füllten ihn mit christlichen Inhalten, um skeptische Menschen für sich zu gewinnen.
Mit dem 2. Februar endet die dunkle Jahreszeit, bei der die Sonne in unseren Breiten weniger als neun Stunden über dem Horizont steht; um die Weihnachtszeit sind es kaum acht Stunden. Daran gemessen geht an Mariä Lichtmess die Sonne eine halbe Stunde früher auf und eine halbe Stunde später unter, täglich kam an beiden Tagesseiten also eine Minute hinzu. Von nun an werden die Schritte größer. In ca. 50 Tagen am Frühlingsanfang (21. 3.) beträgt die Tageslänge wieder zwölf Stunden. An Mariä Lichtmess ist die Tageslänge von Martini (11. 11.) wieder erreicht, das ca. 40 Tage vor Weihnachten liegt. Beide Termine markieren die dunkle Jahresphase, die mit 85 Tagen fast ein Viertel des Jahresverlaufs umfasst.
Die Tage um Mariä Lichtmess sind – statistisch gesehen – die kälteste Zeit des Winters. Zwischen dem 20. Januar und dem 10. Februar schwenkt die Jahrestemperatur durch das Minimum. Die Temperaturkurve hinkt
einen Monat/fünf Wochen hinter der kürzesten Tageszeit her – wie im Sommer: Die heißeste Zeit des Jahres Anfang August folgt ca. 5 Wochen auf den längsten Tag am 21. Juni.
Anfang Februar kann als eine Phase des Neubeginns aufgefasst werden. Wir Menschen und die Natur lassen die dunkle, kalte Jahreszeit – endlich – hinter uns und freuen uns auf das Neue, das unweigerlich kommt.
Nach Mariä Lichtmess beginnt auch gleich die neue Zeit, denn bald ist Fasnet. Der frühestmögliche Zeitpunkt für den Fasnetmendig ist übrigens der 3. Februar!
Früher war der 2. Februar besonders in der Landwirtschaft wichtig. Das Bauernjahr begann, Mägde und Knechte auf den Höfen konnten oder mussten ihre Dienststelle wechseln.
Auch die belebte Natur macht sich ab dem 2. Februar verstärkt bemerkbar, da das längere Licht mutige Pflanzen aus der kalten Erde lockt. Blüten recken sich zögerlich in die Höhe und bahnen dem Frühjahr, das mit immer größeren Schritten naht, den Weg.
Quelle: Schwarzwaldverein

Weitere Informationen:

Kontakt

Naturzentrum Kaiserstuhl Bachenstraße 42, 79241 Ihringen Birgit Sütterlin & Reinhold Treiber

Tel. 07668 - 7108 80

Büro: Montag + Donnerstag 10 - 12 Uhr

E-Mail: info@naturzentrum-kaiserstuhl.de

 
 
 
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